| |
Düsseldorf
ist 14 Tage lang Festivalstadt.
Ab dem 10. Februar bis zum 24.
Februar zeigt das Programmkino
Black Box in 13 Filme unter
dem Motto "ueber morgen
- Utopien, Träume, Weltentwürfe".
Veranstalter des Filmfestivals
ist eine gemeinsame Initiative
der "Aktion Mensch"
und zahlreicher Kooperationspartner,
"Die Gesellschaft"
genannt. 100 Städte präsentieren
bundesweit höchst unterschiedliche
Filme, die sich mit Zukunftsvisionen
beschäftigen.
In
Düsseldorf koordiniert
das Forum Demokratie das anspruchsvolle
Festival. Fünf heimische
Partner sowie Regisseure und
Protagonisten der Filme hat
sich Wiltraud Terlinden vom
Forum Demokratie ins Boot geholt
- jeder Film hat quasi einen
Paten. So präsentiert Greenpeace
den Film "Unser Planet",
der die drohende Umweltkatastrophe
bildgewaltig vor Augen führt.
Zum Film "Eggesin möglicherweise"
kommt der Protagonist Lutz Gesell.
Den
Festivalauftakt am 10.02.2008
bietet der norwegische Film
"Verschwörung der
Herzen", den die KoKoBe
- Koordinierungs-, Kontakt-
und Beratungsstelle für
Menschen mit geistiger Behinderung
mit einem Rahmenprogramm begleitet.
Erzählt wird die Geschichte
der beiden Freunde Kare und
Per, zweier Männer mit
Down Syndrom in den besten Jahren,
deren Freundschaft durch eine
Frau auf die Probe gestellt
wird. Ebenfalls im Festivalprogramm
- und höchstaktuell: Die
Dokumentation "Jesus Camp",
die für den Oscar 2008
nominiert wurde. "Jesus
Camp" zeigt, wie in den
USA Kinder in evangelikalen
Sommercamps mit suggestiven
Methoden zur "Armee Gottes"
ausgebildet werden.
"Vor
allem Schüler und Studenten,
also junge Leute, wollen wir
für das Filmfestival "ueber
morgen" gewinnen. Schließlich
geht es um ihre Zukunft. Mit
Sicherheit regen die Filme vor
allem die jüngeren Generationen
zum Nachdenken an", so
Wiltraud Terlinden. "Wir
haben daher auch zu besonderen
Vorführterminen für
Schulklassen thematische Experten
eingeladen."
Karten
kosten 6,50 € / 4,50 €
ermäßigt. Schüler
zahlen 3 Euro. Tickets sind
erhältlich unter 0211 -
89 92 490 Black Box (Schulstr.
4, 40213 Düsseldorf).
Weitere
Infos erteilt das Forum Demokratie
Düsseldorf, 0211 - 34 93
09
Die
13 Dokumentar- und Spielfilme
der Filmreihe "ueber morgen"
sind:
"A Scanner Darkly - Der
dunkle Schirm"
"Der Duft des Paradieses"
"Eggesin möglicherweise"
"Gelée Royale -
der Staat bin ich"
"Hinter dem Zuckervorhang"
"I broke my Future - Paradies
Europa"
"Jesus Camp"
"Les Lips oder die Macht
der Phantasie"
"Menschen, Träume,
Taten"
"Mit 25 geht's bergab"
"The Wild Blue Yonder"
"Unser Planet"
"Verschwörung der
Herzen"
KURZBESCHREIBUNG DER FESTIVALFILME
Verschwörung
der Herzen
Kåre Morten und Per, zwei
Freunde mit Down-Syndrom, führen
im norwegischen Bergen ein ganz
normales Leben, bis Kåre
Morten sich in Maybritt verliebt.
Zwischen Herzklopfen, Liebesbriefen
und einer skeptischen Mutter
lernt er, mit seinen Gefühlen
umzugehen und vor Problemen
nicht wegzulaufen. Eine anrührende
Geschichte über drei Menschen,
die eine ganz konkrete Utopie
erlebbar machen: ein selbstbestimmtes
Leben inmitten der Gesellschaft.
Regie: Oyvind Sandberg 2006,
60 Min., DF
Kinotermin: 10.2., 15 Uhr
Gesprächspartner/innen:
KoKoBe - Koordinierungs-, Kontakt-
und Beratungsstelle für
Menschen mit geistiger Behinderung
Offizielle Festival-Eröffnung
ab 14.30 Uhr - mit Rahmenprogramm:
Rockmusik der Waschhausband,
Partnerschaftsbörse Schatzkiste
und Improvisationstheater
Gelée
Royale - der Staat bin ich
Ob Stadtviertel, Insel, Wohnzimmer
oder Tischplatte: nichts ist
zu klein, um nicht ein eigener
Staat werden zu können.
Selbsternannte Monarchen präsentieren
ihre Wohnzimmerutopien, deutsche
Amtsträger philosophieren
über die Bundesrepublik
Deutschland und Bewohner der
"Freistaat Christiania"
in Kopenhagen berichten aus
ihrer basisdemokratischen und
autonomen Gemeinschaft, die
schon seit 35 Jahren existiert.
Regie: Antje Knapp, Deutschland
2004, 63 Min., DF
Kinotermin: 11.2., 17 Uhr
Gesprächspartnerin: Antje
Knapp, Regisseurin
Der
Duft des Paradieses
Der Kampf für eine vom
Islam dominierte Gesellschaft
ist eine der mächtigsten
"Utopien" unserer
Zeit - ob uns das gefällt
oder nicht. Was bringt Menschen
dazu, ihr Leben für eine
Religion zu opfern? Auf einer
Reise durch die Brennpunkte
des politischen Islam von Tschetschenien
bis Afghanistan führt der
"Duft des Paradieses"
in eine fremde Welt, in der
Religion und Politik unheilvolle
Allianzen eingehen.
Regie: Mariusz Pilis, Marcin
Mamon , Polen/Niederlande 2005,
88 Min., DF
Kinotermin: 12.2., 19.30 Uhr
Gesprächspartner: Michael
Kiefer, Islamwissenschaftler
(Universität Erfurt)
I Broke my Future - Paradies
Europa
Demokratie, soziale Versorgung,
Wohlstand - was für uns
Selbstverständlichkeiten
sind, klingt für viele
Menschen außerhalb der
"Festung Europa" wie
das leibhaftige Paradies. Hunderttausende
versuchen jedes Jahr, als Asylbewerber
oder Illegale die Grenzen zur
EU zu überwinden. Die Dokumentation
begleitet vier junge Afrikaner
in Berlin, deren Träume
längst zerbrochen sind.
Ihr Alltag besteht aus Angst
vor Kontrollen, Ausbeutung als
illegale Arbeitskraft und der
schwindenden Hoffnung auf eine
Lebensperspektive.
Regie: Carla Gunnesch, Deutschland
2006, 80 Min., DF (Fremdsprachen
untertitelt)
Kinotermin: 13.2, 17 Uhr, Regisseurin
anwesend
Gesprächspartnerinnen:
Carla Gunnesch, Regisseurin
und Bettina Hajdu, Leiterin
Migrationsdienst Caritasverband
Düsseldorf
Lip
oder die Macht der Phantasie
1973 beginnt in der französischen
Stadt Besançon ein soziales
Experiment: Weil die Arbeiter
der Uhrenfabrik Lip um ihre
Arbeitsplätze fürchten,
besetzen sie ihre Fabrik und
übernehmen die Uhrenproduktion
in Eigenregie. Zwei Jahre lang
gelingt es ihnen, die Produktion
weiterzuführen, Konzepte
selbstbestimmter und gleichberechtigter
Arbeit zu erproben und Entlassungen
zu verhindern, bis die Fabrik
1975 zerschlagen wird.
Regie: Christian Rouaud, Frankreich
2007, 118 Min., DF
Kinotermin: 14.2., 17 Uhr
Filmpartner: attac
Jesus
Camp
Für Becky Fischer steht
fest: "Demokratie und Freiheit
zerstören sich selbst"
Sie organisiert Sommercamps
für Kinder evangelikaler
Christen in den USA, in denen
Fünf- bis Zwölfjährige
mit suggestiven Methoden zur
"Armee Gottes" herangezogen
werden - Vorreiter einer künftigen
politisch-religiösen Erneuerung
der Vereinigten Staaten. Der
aktuell für denOscar nominierte
Film zeigt ein martialisches
Christentum, das die Frage aufwirft,
welchen Platz darin Andersdenkende
haben.
Regie: Heidi Ewing, Rachel Grady,
USA 2006, 84 Min., DF
Kinotermin: 14.2., 19.30 Uhr
Gesprächspartner: Pfarrer
Michael Manz, Synodalbeauftragter
für Sekten und Weltanschauungsfragen
im Kirchenkreis an der Ruhr
A
Scanner Darkly - Der dunkle
Schirm
Undercover-Ermittler Fred erhält
den Auftrag, einen gewissen
Bob Arctor zu observieren -
der niemand anderes ist als
er selbst. Richard Linklater
verfilmt den legendären
Roman von Kultautor Philip K.
Dick mit Stars wie Winona Ryder,
Keanu Reeves, Robert Downey
Jr. und Woody Harrelson, doch
mit der Technik eines Animationsfilms.
In überwältigender
visueller Ästhetik zeichnet
er das düstere Bild eines
paranoiden Überwachungsstaates
mit Parallelen zum gegenwärtigen
"Krieg gegen den Terror".
Regie: Richard Linklater, USA
2006, 100 Min., DF
Kinotermin: 14.2. / 15.2., 21.30
Uhr
Gesprächspartner/innen:
Aktivisten des regionalen Arbeitskreises
Vorratsdatenspeicherung
Hinter
dem Zuckervorhang
Kuba polarisiert: für die
einen der letzte Hort der "sozialistischen
Utopie", für andere
Ort von Menschenrechtsverstößen
und bitterem Mangel. Camila
Guzmán Urzúa wuchs
in den Achtzigern in Kuba auf.
Sie zeichnet ein wehmütiges
Bild vergangener Ideale von
sozialer Gleichheit, Erfüllung
aller Grundbedürfnisse
durch den Staat und Leichtigkeit
des Lebens, die einer tiefgreifenden
Desillusionierung gewichen sind,
seitdem mit dem Ende des Ostblocks
auch die kubanische Wirtschaft
zusammenbrach.
Regie: Camila Guzmán
Urzúa, Kuba/Spanien/Frankreich
2006, 82 Min., OmU
Kinotermin: 15.2., 19.30 Uhr
Gesprächspartner/innen
und Rahmenprogramm: Soli Cuba
e.V.
Unser
Planet
Bis 2010 werden sieben Milliarden
Menschen die Erde bevölkern,
2050 sollen es neun Milliarden
sein. Sie alle auf dem Niveau
der westlichen Industrieländer
zu versorgen, würde die
Ressourcen von fünf Planeten
erfordern. Müssen wir radikale
Abstriche an unserem Lebensstandard
vornehmen, um das Überleben
aller zu sichern? Ist die Menschheit
zu einem Kurswechsel überhaupt
fähig?
Regie: Michael Stenberg, Linus
Torell, Johan Söderberg,
Swe/Nor/Dk 2006, 80 Min., DF
Kinotermin: 18.2., 17 Uhr
Gesprächspartner/innen
und Information: Greenpeace
Düsseldorf
Mit
25 geht's bergab
Mit 25 hat der menschliche Körper
seinen Leistungshöhepunkt
erreicht und beginnt danach
zu altern. Diesen Prozess versucht
die weltweite Schönheitsindustrie
mit Cremes und Chirurgie zu
stoppen - und verdient daran
Milliarden. Für viele Menschen
ist der eigene Körper ihr
wichtigstes Projekt. Ist Altern
eine Krankheit? Ist eine Gesellschaft
denkbar, in der es nur noch
schöne Menschen gibt?
Regie: Milka Pavlicevic, André
Schäfer, Deutschland 2005,
76 Min., DF
Kinotermin: 19.2., 19 Uhr
Rahmenprogramm: Kom/ma - Verein
für Frauenkommunikation
Düsseldorf
Eggesin
möglicherweise
Zu Zeiten der DDR waren in Eggesin
27.000 Soldaten stationiert.
Dann kam die Wende und der Standort
wurde aufgelöst. Die örtliche
Wirtschaft brach zusammen, junge
Leute wanderten ab. Mehr als
ein Drittel der Einwohner sind
bereits fort, weitere dreißig
Prozent sollen noch folgen.
Doch die Bürger von Eggesin
resignieren nicht. Sie versuchen,
sich in agilen Bürgerschaften
zu organisieren und mit Einfallsreichtum
das Beste aus ihrer Situation
zu machen.
Regie: Olaf Winkler, Dirk Heth,
Deutschland 2006, 84 Min., DF
Kinotermin: 20.2., 19 Uhr
Gesprächspartner/in: Marion
Mertin, Protagonistin im Film
und Dirk Heth, Co - Regisseur
und Kameramann
The
Wild Blue Yonder
Filmemacher Werner Herzog erzählt
in "The Wild Blue Yonder"
die Geschichte zweier hoffnungsloser
Begegnungen mit der jeweils
anderen Art. Zwischen verlorenen
Aliens, im All treibenden Astronauten
und Astrophysikern, die über
interplanetarische Super-Highways
spekulieren, entdeckt er die
gefährdete Schönheit
des Planeten Erde: Warum in
ferne Galaxien streben, wenn
es auf dem eigenen Planeten
einiges zu tun gibt?
Regie: Werner Herzog, Deutschland
2005, 81 Min., OmU
Kinotermin: 21.2. / 22.2., 21.30
Uhr
Filmpartner: IG Bau
Menschen,
Träume, Taten
43 Frauen, 35 Männer und
33 Kinder haben sich den Traum
vom selbstbestimmten Leben erfüllt:
Seit zehn Jahren leben sie zusammen
im Ökodorf "Sieben
Linden". Ihr Gesellschaftsentwurf
basiert auf genossenschaftlichem
Eigentum, Mitbestimmungsrecht,
Gemeinschaftskultur und Selbstversorgung.
Ohne die Probleme einer Großkommune
auszusparen, zeigt Andreas Stiglmayr,
wie Utopie ganz konkret gelebt
werden kann.
Regie: Andreas Stiglmayr, Deutschland
2006, 87 Min., DF
Kinotermin: 24.2., 19 Uhr
Gesprächspartner: Andreas
Stiglmayr, Regisseur
|